Was ist Hollywin?
Hollywin ist an der NMS Brüsslgasse kein klassisches Fest, sondern ein betreuter Projektnachmittag. Im Mittelpunkt steht die Aufgabe, eine kurze Gruselgeschichte zu schreiben, sie mit Bildern oder Geräuschen zu untermalen und vor einer kleinen Gruppe zu präsentieren. Der Name Hollywin verbindet dabei bewusst Halloween-Motive mit dem Gedanken des Gewinnens: Jede Gruppe bekommt am Ende eine Rückmeldung, aber keine Rangliste. Das senkt den Druck und macht sichtbar, worum es geht – nicht um die perfekte Aufführung, sondern um den gemeinsamen Arbeitsprozess.
Warum braucht es dieses Format?
Viele Schülerinnen und Schüler kennen Präsentationen vor allem als Prüfungssituation. Die Folge: Sie lernen Inhalte auswendig, vermeiden Blickkontakt und verlieren nach zwei Sätzen den Faden. Die Ursache liegt weniger im fehlenden Wissen als in der ungewohnten Situation, vor Gleichaltrigen zu sprechen. Hollywin setzt genau dort an. Die Gruppen proben in kleinen Runden, wechseln die Rollen und erhalten vor der Abschlussrunde konkretes Feedback zu Stimme, Tempo und Aufbau. So wird aus einer vermeintlichen Prüfung ein überschaubarer Übungsraum.
Wie läuft der Nachmittag ab?
Der Ablauf folgt einem klaren Dreischritt. Erstens erhalten die Gruppen ein Thema und ein leeres Storyboard; sie legen Figuren, Ort und Wendepunkt fest. Zweitens entsteht daraus eine kurze Präsentation mit höchstens fünf Minuten Dauer, ergänzt durch ein Plakat oder eine Audiodatei. Drittens präsentieren die Gruppen nacheinander im Klassenraum, während zwei Beobachterinnen oder Beobachter jeweils eine Rückmeldung notieren. Wichtig ist die Begrenzung: keine aufwendigen Kostüme, keine Bewertung der Halloween-Deko. Dadurch bleibt Zeit für Sprache, Struktur und Teamarbeit.
Welche Lernziele stehen im Vordergrund?
Hollywin trainiert drei Kompetenzen, die im Schulalltag oft zu kurz kommen. Die erste ist mündliche Struktur: Eine Geschichte braucht Anfang, Konflikt und Auflösung, und genau diese Gliederung hilft auch bei Referaten. Die zweite ist Feedbackfähigkeit: Die Rückmeldungen müssen konkret sein, etwa „sprecht langsamer“ statt „war gut“. Die dritte ist Arbeitsteilung: Wer schreibt, wer gestaltet, wer präsentiert, wird vorab festgelegt. Lehrkräfte berichten, dass besonders stille Schülerinnen und Schüler von den kleinen Gruppen profitieren, weil sie nicht sofort vor der ganzen Klasse stehen müssen.
Für wen ist Hollywin geeignet?
Das Format eignet sich für Mittelstufenklassen ebenso wie für Projektwochen in höheren Jahrgängen. Es braucht keinen großen Raum und kein Budget; ein Klassenraum, Stifte, Papier und ein Zeitfenster von etwa drei Stunden genügen. Wer Hollywin übernimmt, sollte allerdings zwei Dinge beachten: Die Gruppen bleiben klein, und die Rückmeldung bleibt sachlich. Dann funktioniert der Nachmittag nicht als Gruselshow, sondern als Übung in Konzentration, Sprache und fairem Auftreten.